Friday, April 20, 2018

GEORGIEN BUCHSTÄBLICH! bpb:Metro_საქართველო ანიდან ჰოემდე. Tagung zu Geschichte, Kultur und Gesellschaft Georgiens am 19. Mai 2018 in Berlin. via @frag_die_bpb

(bpb.de) bpb:METRO: საქართველო ანიდან ჰოემდე. Hätten Sie den Titel unserer aktuellen bpb:Metro-Veranstaltung lesen können? Nein? Kein Wunder, es sind die Buchstaben einer Sprache, die von nur knapp 4 Millionen Menschen gesprochen wird: Georgisch. Übersetzt heißt es: Georgien, buchstäblich! Und unter diesem Titel möchten wir in der nächsten Ausgabe unserer seit 2013 bestehenden METRO-Reihe die 33 Buchstaben des georgischen Alphabets als Symbol für Vielfalt und Einzigartigkeit aufgreifen, um so auf die Geschichte und Gegenwart des Landes multiperspektivisch und interdisziplinär einzugehen.

Anlässlich des Deutsch-Georgischen Jahres 2017/2018 veranstalten wir eine Tagung, um Georgien als Land an der Schnittstelle von Europa und Asien aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Im Fokus stehen dabei die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen des Kaukasuslandes und der Umgang mit der Vergangenheit. Aber auch das Verhältnis zwischen Zentrum und Peripherie soll thematisiert werden ebenso wie die Vielfalt der georgischen Literatur, des Films und der Musik. Wir laden Sie herzlich ein, Georgien in Berlin mit allen Sinnen zu erleben! In Workshops gemeinsam traditionelle Tänze und Gesänge kennenzulernen, in Speed Datings mit Expertinnen und Experten einen persönlichen Zugang zum Land zu erhalten und von deren Fachwissen zu profitieren. Und die kulinarische Vielfalt der georgischen Küche zu entdecken. Am Abend tritt die Ethnojazz Band IRIAO auf, die Georgien dieses Jahr auf dem Eurovision Song Contest vertritt.

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Termin: 19.05.2018, von 12:00 bis 22:30

Ort: Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin

Für: Allgemein interessiertes Publikum

Veranstalter: Bundeszentrale für politische Bildung

Anmeldung: > hier Anmelden
Eine Anmeldung ist aufgrund begrenzter Platzkapazitäten erforderlich.

Kontakt: Kateryna Stetsevych, kateryna.stetsevych@bpb.de

Bürgerservice der bpb:
Sie haben Fragen? Treten Sie mit unserem Bürgerservice in Kontakt:
Tel +49 (0)228 99515-0
Fax +49 (0)228 99515-113
E-Mail info@bpb.de
Twitter @frag_die_bpb

Pressekontakt: Journalistinnen und Journalisten wenden sich bitte an die Pressestelle.

Thursday, April 19, 2018

MUSIC: Composed by Four Lines - Evening Tango with Amazing Young Georgian Musicians


Composed by Four Lines
Video by Temo Macharadze
Violin - Natia Maglakelidze
Piano - Nana Kurashvili
Flute - Tamari Maglakelidze
Electro Sound - Khatia Maglakelidze

Sunday, April 15, 2018

WEIN: Große Auswahl an Naturweinen und Spirituosen aus Georgien in Berlin

Liebe Georgien-Freunde,

Wir möchten euch herzlich einladen uns in der Markthalle Neun (Eisenbahn Str. 42/43 in Kreuzberg) am Samstag den 21. April zwischen 10 und 18 Uhr zu besuchen.

Dort könnt ihr unsere große Auswahl an Naturweinen und Spirituosen aus Georgien probieren, mit uns über die Herstellung der Produkte sprechen und eure Wahl einkaufen.

Wir sind unglaublich stolz euch diese neuen Geschmäcker näher bringen zu können.

Bitte leitet diesen Post an Freunde weiter, die auch an unseren Produkten Interesse haben könnten.

Bei Fragen stehen wir euch gerne zur Verfügung.

Gerne versenden wir unsere Produkte.

Wir freuen uns auf euch,


Kovacs Gokieli und Seitz GbR
Pfalzburger Str 33
10717 Berlin
Tel. 0177 / 646 13 31
www.instagram.com/chachaspirit



Thursday, April 12, 2018

VIDEO: The Pankisi Stigma - documentary film. via @RFERL



Locals of Pankisi are sick and tired of asserting they are not terrorists. The dwellers of the small Georgian gorge bordering Russia believe that the stigma dates back to the late XX c., the time of Moscow’s wars in Chechnya, the so-called "boeviks" (militants) and criminals. They also say that it was largely due to Russia’s influence that the place has become a kind of international "brand" for terrorism. In their words, it’s a hindrance to the development of the region since both the businesses and tourists stay away. Against the backdrop of the ISIS activities and certain reported facts, which sometimes raise unanswered questions, the stigma grows stronger. For all the differences about the customs and heated arguments, both fervent supporters of the traditional Islam and Islamic fundamentalists are at one where the security of the gorge is concerned. According to some sources, the Salafite community of the Islamic fundamentalists, often referred to as Vahabites account for 30%-35% of Pankisi’s total Muslim population while others say they make up as much as 75%-80%. Young people form the majority of the Salafites, and it was the radical Salafites who recruited people to fight in Syria a few years ago. The community members claim they feel sidelined by the State. Regardless of their religious beliefs, the Kists (Chechens residing in Georgia) point out at their closer involvement in the public affairs as the pre-requisite of their safety. The population, mostly the Kists of the small Georgian gorge of the Akhmeta municipality Kakheti region, is reportedly as small as 6000-7000.

Monday, April 09, 2018

FOTOGRAFIE: Emil Uhl, Bei den Tschefsuren in Chewsuretien (Großer Kaukasus) in der Deutschen Fotothek, @Fotothek

Uhl, Emil Franz (1864 – 1945) * 1.3.1864 Brüx (Most) † 1945 österreichischer Kunstmaler und Reisender


Uhl, Sohn eines Hotelbesitzers im nordböhmischen Brüx, studierte Kunst an den Akademien in Düsseldorf, München und 1889 bis 1892 in Paris. Bereits während seines Studiums unternahm er die ersten Reisen. Nach 1889 hielt er sich sieben Jahre in Ägypten (Kairo) auf und unternahem von hier aus Reisen nach Palästina, Syrien und in den Libanon. 1899/1900 folgte eine elfmonatige Reise durch das Osmanische Reich über den Kaukasus nach Zentralasien (Buchara, Samarkand). Zu seiner Zeit galt Uhl als bedeutendster Orientmaler, auch als Fotograf trat Uhl in Erscheinung. Auf mehr als 60 Ausstellungen, unter anderem in Wien, Prag, Aussig, Karlsbad, Berlin, Paris, London und München, wurden seine Gemälde gezeigt. Nach dem Ersten Weltkrieg ließ er sich in München nieder, wo er als Kopf einer sudetendeutschen Künstlergruppe galt. Seit 1935 nahm er seinen Altersruhesitz in Bayrisch‐Gmein. Die größte Sammlung seiner Gemälde und Fotografien befindet sich im Heimatmuseum seiner Geburtsstadt (Oblastní muzeum v Most) in Tschechien.


Emil Uhl in der Fotogalerie der Deutschen Fotothek [deutschefotothek.de]
 














Sunday, April 08, 2018

KUNST: Zwei Ausstellungen von Gela Samsonidse in Kenzingen und Neuf-Brisach

Kann Abstraktion narrativ sein und Figuration sich nicht nur auf die reine Gegenständlichkeit beschränken? Gela Samsonidse, der 1965 in Tiflis geboren wurde, dürfte darin keinen Gegensatz sehen. Denn es ist, als würden seine Bilder die vermeintliche Opposition von figurativer und abstrakter Malerei aufheben. Da klettert ein Bergsteiger einen Felsen hoch, der nur aus quer laufenden Balken zu bestehen scheint, in die sich sein eigener Schatten eingeprägt hat. Da verbergen lamellenartige Streifen eine Interieurszene, die links und rechts von bunten, ornamentalen Kringeln flankiert wird. Seitdem Gela Samsonidse in Tiflis sein Studium an der Staatlichen Kunstakademie abgeschlossen hat, war der Georgier, der seit 1994 bei Freiburg lebt, durch seine abstrakten Bilder aufgefallen, nicht zuletzt durch seine Zeichnungen auf außergewöhnlich schmalem Format. Sie schienen ein sowohl als auch zu verbinden, ein davor mit einem dahinter. Nun, zehn Jahre später, vereint er Abstraktion und Figuration miteinander. Die Porträts, oft nach dem eigenen Familienalbum entstanden, darunter auch einige Selbstporträts, sind die radikale Standortbestimmung eines Malers, der viele Gegensätze zwar nicht aufzuheben, aber auf der Leinwand auszutragen vermag.

modoverlag.de

www.gela-samsonidse.de





Bilder von Gela Samsonidse aus "Face to Face-Ansehen" die in Neuf-Brisach ausgestellt werden







Friday, March 23, 2018

BOOK: The Caucasus. A History. By James Forsyth (cambridge.org)

(cambridge.org) For the first time, this major new survey of the Caucasus traces a unified narrative history of this complex and turbulent region at the borderlands of Europe, Asia and the Middle East, from prehistory to the present. For thousands of years the Caucasus has formed the intersection of routes of migration, invasion, trade and culture, and a geographical bridge between Europe and Asia, subject to recurring imperial invasion. Drawing on sources in English, Russian, Persian and Arabic, amongst others, this authoritative study centres on the region's many indigenous peoples, including Abkhazians, Armenians, Azerbaijanis, Chechens and Circassians, and their relations with outsiders who still play an important part in the life of the region today. The book presents a critical view of the historical role of Russian imperialism in events in the Caucasian countries, and the violent struggle of some of these peoples in their efforts to establish a precarious independence.

A fascinating new survey of the Caucasus which provides a unified narrative history of this complex and turbulent region at the borderlands of Europe, Asia and the Middle East, from prehistory to the present. For thousands of years the Caucasus has formed a hub of intersecting routes of migration, invasion, trade and culture and a geographical bridge between Europe and Asia, subject to recurring imperial invasion. Drawing on sources in English, Russian and translations from Persian and Arabic, this authoritative study centres on the region's indigenous peoples, including Abkhazians, Armenians, Azerbaijanis, Chechens, Daghestanis, Circassians, and Georgians, and their relations with outsiders who still play a part in the life of the region today. The book presents a critical view of the role of Russian imperialism in the Caucasian countries and the desperate struggle of most of its native peoples in their efforts to establish a precarious independence.


An authoritative and comprehensive history of the Caucasus and its peoples from prehistory to the present Treats the Caucasus as a distinct region in its own right, highlighting its relationship with its Middle Eastern neighbours Highlights the region's long struggle against Iranian, Turkish and Russian domination

Read more at cambridge.org/caucasus history

Table of Contents

Introduction
1. Caucasian origins
2. Early medieval Caucasia: the seventh to tenth centuries
3. The Caucasus, Persia, Turkestan, Azerbaijan, Europe: 10th–12th centuries
4. The later Crusades, Mongols and Ottoman Turks 13th–15th centuries
5. Georgia, Shirvan and North Caucasus to the 15th century
6. Caucasia between Persia and Ottoman Turkey
7. The Caucasus and the Russians
8. Caucasia in the eighteenth century
9. Russia's conquest of the Caucasus
10. World War and Russian revolution
11. Independent Armenia, Azerbaijan, Georgia and North Caucasus
12. White Russians, native insurrection, Bolshevik conquest
13. The North and South Caucasus peoples 1920–39
14. The Second World War, Beria and Stalin
15. Caucasia from Stalin's death to the 1980s (1)
16. Caucasia from Stalin's death to the 1980s (2)
17. The Caucasus and the end of the Soviet Union
18. Armenia, Karabagh, Azerbaijan
19. Georgia 1987–93
20. North Caucasus 1987–93
21. The Caucasus enters the twenty-first century
22. Russian arbitrary politics and Georgian resurgence
Bibliography.

James Forsyth is former Reader and Head of the Department of Russian at the University of Aberdeen. His publications include A History of the Peoples of Siberia (Cambridge, 1992).

Look Inside

    more links:
    The Caucasus: A History (Englisch). Von James Forsyth
    The caucasus by James Forsyth 
    James Forsyth: The Caucasus. A History. Cambridge, New York: Cambridge University Press, 2013
    Book Review: Caucasus Natives Neglected As Olympics Close in Sochi [themoscowtimes.com]
    Eingebettet, nicht eingefroren. Konflikte und Regime im Kaukasus: Ein Literaturbericht [eurozine.com]

    Tuesday, February 27, 2018

    LEIPZIG: Anniversary Exhibition Celebrating 10 Years LIA - Sedimente - with Georgian & Caucasian Artists, 8 March 2018 at 7pm

    We cordially invite you to the opening of the anniversary group show “Sediments” on the occasion of 10 years LIA on 8 March 2018 at 7pm in the exhibition space “Werkschau” at Spinnerei Leipzig!




    Source: Anniversary Exhibition Celebrating 10 Years LIA


    Opening & tour through the Exhibition
    in conversation with cultural protagonists of the city of Leipzig

    Thursday, 8 March 2018 at 7pm
    Location: Spinnerei Werkschau (hall 12)

    Exhibition runs: 9 March – 24 March 2018
    Open: Thursday – Saturday, 11am – 6pm
    and on request

    Sediments - Anniversary Exhibition celebrating 10 years LIA Leipzig International Art Programme

    Many artists work intermittently outside of cultures familiar to them. The LIA residency - Leipzig International Art Programme, has supported this form of artistic nomadism for now ten years. Over 200 artists from more than 40 nations have been through this program, enabling them a working stay of three or six months in the Leipziger Baumwollspinnerei, the former cotton mill - now cultural hub of international renown. For some artists, this opportunity marked a new chapter of their professional life. The change of location, a studio, as well as the supportive benefit of visits from guest critics.

    The exhibition, on the occasion of the tenth anniversary of the LIA residency, focuses on that which the artists, as cultural ambassadors, have taken with them on their journey, and from which they make visible fragmentarily in their Leipzig work - like sediments, deposits of substances; traces that remain after departing elsewhere. In their trans-cultural context, the artists' works become indicators of political, economic or ecological processes, operating as aesthetic speculations of further developments. The exhibition covers all mediums of contemporary art, and shows a selection of works from over 50 international awardees of the LIA programme.

    We cordially invite you to the opening of the exhibition on 8 March 2018 at 7pm in the Spinnerei Werkschau.

    Anna-Louise Rolland, LIA director / founder
    Laura Bierau, LIA programme coordinator

    Artists:

    Katie Armstrong (USA), Catalina Bauer (Chile), Eva Borner (Switzerland), Tamar Botchorishvili (Georgia), Nadja Bournonville (Sweden), Osvaldo Budet (Puerto Rico), Connor Calhoun (USA), Ian Cao (USA/China), Francesco Cincotta (USA/Italien), Ryan Daffurn (Australia), Martin Daiber (Chile), Mitja Ficko (Slovenia), Aika Furukawa (Japan), Elisabeth Glassner (USA), Nikita Kadan (Ukraine), Zhanna Kadyrova (Ukraine), Madeleine Kelly (Australia), Alison Kennedy (Australia), David Ashley Kerr (Australia), Tinatin Kiguradze (Georgia), Trevor Kiernander (Canada), Jaebum Kim (South Korea), David Kukalashvili (Georgia), Luiza Laperadze (Georgia), Sophia Lapiashvili (Georgia), Gyeore Lee (South Korea), Kylie Lefkowitz (USA), Euan MacLeod (Australia), Jordan Marani (Australia), Elisabeth Moritz (Sweden), Darren Munce (Australia), Lada Nakonechna (Ukraine), Alexander Povzner (Russia), Raiya Al Rawahi (Sultanat Oman), Sarina Scheidegger (Schweiz), Simon Sieradzki (Australia), Douglas Stichbury (New Zealand), Julia Stoddard (USA), Simon Tatum (Cayman Islands), Brooke Tomiello (USA), Shonah Trescott (Australia), Guram Tsibakhashvili (Georgia), Samuel Vanderveken (Belgium), Taylor Varous (USA), Andrea Garcia Vasquez (USA), Jahnne Pasco-White (Australia), Antonia Wright (USA), Jahangir Youssif (Aserbaidschan)

    Sowie als Teil des Grafikprojekts / And as part of the graphic project
    „Die Sprache Radierung – Radierungen 10. New York – Leipzig":

    Marcelo Daldoce (USA), Franziska Holstein (Leipzig), Volker Hüller (USA), John Jacobsmeyer (USA), Henriette Grahnert (Leipzig), Bastian Muhr (Leipzig), Maria und Vldao Ondrej (Leipzig), Charlotte Seghall (USA), Matthias Weischer (Leipzig)


    Website: liap.eu/sediments - anniversary group show on the occasion of 10 years lia



    BOOK: Sacred Places, Emerging Spaces. Religious Pluralism in the Post-Soviet Caucasus. Edited by Tsypylma Darieva, Florian Mühlfried, & Kevin Tuite (berghahnbooks.com)

    Source: berghahnbooks.com


    Reviews
    “This volume shares in a rich resurgence of writing on religious activity across the former Soviet Union and particularly in areas of the Caucasus, offering sharp insight into arguably one of the most popular religious traditions, shrine pilgrimage, about which we know surprisingly little. The editors have gathered the highly qualified scholars for the task, including a number of specialists from the Caucasus proper.” • Bruce Grant, New York University

    Description
    Though long-associated with violence, the Caucasus is a region rich with religious conviviality. Based on fresh ethnographies in Georgia, Armenia, Azerbaijan, and the Russian Federation, Sacred Places, Emerging Spaces discusses vanishing and emerging sacred places in the multi-ethnic and multi-religious post-Soviet Caucasus. In exploring the effects of de-secularization, growing institutional control over hybrid sacred sites, and attempts to review social boundaries between the religious and the secular, these essays give way to an emergent Caucasus viewed from the ground up: dynamic, continually remaking itself, within shifting and indefinite frontiers.

    Tsypylma Darieva is a senior research fellow at the Centre for East European and International Studies (ZOiS) in Berlin and is teaching at Humboldt University Berlin. Her research and teaching interests include anthropology of migration, diaspora and homeland, urbanity, and sacred places in Central Eurasia. She has conducted fieldwork in Azerbaijan, Armenia, Kazakhstan, and Germany. Darieva is the author of Russkij Berlin: Migranten und Medien in Berlin und London (LIT, 2004), co-editor of Cosmopolitan Sociability: Locating Transnational Religious and Diasporic Networks (Routledge, 2011), Urban Spaces after Socialism: Ethnographies of Public Places in Eurasian Cities (Campus, 2011) and of the forthcoming volume Sakralität und Mobilität in Südosteuropa und im Kaukasus.

    Florian Mühlfried is a social anthropologist in the Caucasus Studies Program at the Friedrich Schiller University of Jena. Previously, he was a research fellow at the Max Planck Institute for Social Anthropology and a visiting professor at UNICAMP, Brazil. He has published the monograph Being a State and States of Being in Highland Georgia (Berghahn, 2014), a book on feasting in Georgia (ibidem, 2006), and edited the volume Mistrust: Ethnographic Approximations (Transcript, 2018).

    Kevin Tuite is Professor of Anthropology at the Université de Montréal. He also directed the Caucasus Studies Program at the FSU-Jena from 2011 to 2014. His publications include Language, Culture and Society: Key Topics in Linguistic Anthropology (co-edited with Christine Jourdan) (Cambridge, 2006).

    Contents

    List of Illustrations
    Acknowledgements

    Introduction
    Tsypylma Darieva, Florian Mühlfried and Kevin Tuite

    Chapter 1. Between ‘Great’ and ‘Little' Traditions? Situating Shia Saints in Contemporary Baku
    Tsypylma Darieva

    Chapter 2. Women as Bread-Bakers and Ritual-Makers: Gender, Visibility and Sacred Space in Upper Svaneti
    Nino Tserediani, Kevin Tuite and Paata Bukhrashvili

    Chapter 3. The Chain of Seven Pilgrimages in Kotaik, Armenia: Between Folk and Official Christianity
    Levon Abrahamian, Zaruhi Hambardzumyan, Gayane Shagoyan and Gohar Stepanyan

    Chapter 4. Sacred Sites in the Western Caucasus and the Black Sea Region: Typology, Hybridization, Functioning
    Igor V. Kuznetsov

    Chapter 5. The Power of the Shrine and Creative Performances in Ingiloy Sacred Rituals
    Nino Aivazishvili-Gehne

    Chapter 6. Accompanying the Souls of the Dead: The Transformation of Sacral Time and Encounters
    Hege Toje

    Chapter 7. Not Sharing the Sacra
    Florian Mühlfried

    Chapter 8. Informal Shrines and Social Transformations: The Murids as New Religious Mediators among Yezidis in Armenia
    Hamlet Melkumyan

    Chapter 9. Sharing the Not-Sacred: Rabati and Displays of Multiculturalism
    Silvia Serrano

    Index

    ART: Painting and Drawing by Mariam Kandiashvili

    Born in 1993 Tbilisi, Georgia. Mariam Kandiashvili started her education in visual art at the age of twelve at a private studio of famous Georgian artists Tamaz and Gia Khutsishvili. After graduating high school she continued her studies abroad. She took a contemporary art preparatory course at Gerrit Rietveld Academy Amsterdam. Later moved to England and studied illustration for two years at Arts University Bournemouth. In 2016 returned to Tbilisi and continued her artistic practice there.

    Kandiashvili’s artworks are focused on various themes such as; Christian mysticism, world mythology, literature and poetry, psychology, aesthetic style and music of western culture of 1950s, 60s and 70s. Her works portray dreamlike and enigmatic worlds, imaginary lands, emotionally expressive portraits, modern day cityscapes, bizarre characters and beasts. Her works are often containing texts and poems created by the author herself. She works with the use of different materials and likes experimentation but chooses oil painting as her main medium.

    More: mariamkandiashvili.wordpress.com

    Mariam Kandiashvili, “Desert of time” 60x80cm – Oil on canvas – 2011

    Monday, February 26, 2018

    LITERATUR: Georgische Märchen - Ein schöner Beitrag von Katrin Tevdorashvili (georgia-insight.eu)

    (georgia-insight.eu) Georgien ist das Land der Märchen und Legenden, die Georgier selbst ein Volk, das für seine Erzählfreudigkeit berühmt ist. Noch heute ist es selbstverständlich, dass Großeltern ihren Enkeln Märchen erzählen, bekannte und selbst erfundene.

    Märchen als Spiegel der Geschichte

    Die überlieferten Märchen der Georgier sind ein Spiegel ihrer Geschichte; sie vermitteln ein Bild der Lebensumstände, der Vorstellungswelt und der Gesellschaftsstruktur. Einige feste Muster in den mündlichen Überlieferungen wurden zu markanten Kennzeichen der georgischen Märchen und unterscheiden sie von denen anderer Völker.

    Die Georgischen Märchen sind in ihrer Mischung aus sehr realistischen Beschreibungen und Zauberhaftem nicht nur Zeugnisse der Phantasie, sondern auch der Sehnsucht nach einem glücklichen Leben und ihres Strebens nach Gerechtigkeit.

    Folgende Einführung in das Thema Märchen aus Georgien wurde mit leichten Änderungen der Einleitung einer Märchensammlung (erschienen 1980) von Heinz Fähnrich und Heinz Mode entnommen.

    
    Meeresungeheuer, Fresko in der Swetizchoweli Kathedrale. Foto von Katrin Tevdorashvili
    Märchen als Spiegel der inneren Geisteshaltung

    Die georgischen Märchen legen nicht nur Zeugnis für die reiche Phantasie und Erzählfreudigkeit des Volke; ab, um in diesem Sinne persönlichen Wünschen der Menschen Ausdruck zu verleihen, sondern sie entsprechen vor allem auch gesellschaftlichen Interessen. Klassenunterschiede und soziale Kämpfe finden in ihnen recht klaren Ausdruck, und die Auflehnung gegen die Ungerechtigkeit der Herrschenden und die Unterdrückung durch die Mächtigen ist in vielen Märchen Hauptteil der Handlung.

    Märchen, die so klar gesellschaftliche Anliegen zum Ausdruck bringen, sind meist spät entstanden.


    Quelle: Georgische Märchen, Heinz Fähnrich, Insel Verlag 1980

    +++

    Ein weiterer Beitrag von Teona Gogichaishvili zu den georgischen Märchen - "Mit magischen Elementen zum Kulturaustausch" im Deutschlandfunk (@DLF)

    VIDEO: Reinhold Messner speaks about a balance of tourism in Georgia - or is this video a PR Campaign for mass tourism ?



    Rheinhold Messner's trip to Georgia Follow the legendary explorer

    Rheinhold Messner on his way through epic Georgian mountains! Majestic Ushba Mount, breathtaking landscapes of Greater Caucasus, fruitful vineyards and ancient churches in the lowlands are ready to be discovered!


    Source: https://georgia.travel

    CONTEMPORARY MUSIC: Neues von der Georgischen Musikerin Russudan Meipariani

    Russudan Meipariani's Soloprogramm ist in georgischer Sprache und vertont Lyrik von Galaktioni. Im Herbst 2017 gab es zum ersten Mal eine Zusammenarbeit mit dem Tbilisi Contemporary Ballet, dem progressivsten Tanzensemble Georgiens tbilisiballet.ge. Die Choreographie zu Russudans Vertonungen wurden im November 2017 in Tiflis uraufgeführt und begeistert aufgenommen. Nun soll die Zusammenarbeit fortgesetzt und erweitert werden- zur Buchmesse kommt das Ensemble nach Deutschland und es wäre ein spannendes, interdisziplinäres Experiment und ein Brückenschlag zwischen den Welten, mit zeitgenössischen Texten zu arbeiten und deren musikalische Umsetzung durch Russudan als Choreographie aufzuführen...

    Projekt: www.tbilisiballet.ge/geo/projects




    Russudan Meipariani, Am bneli gamit


    Russudan Meipairani, Miniature for prepared piano

    Weitere Informationen:
    Ulrike Bohnet M.A.
    urankyz kulturvermittlung
    Böblinger Str. 12 B
    70178 Stuttgart

    Tel.: 0711-66487107 // 015771-528451
    www.urankyz.de

    VIDEO: Georgian Artist Niniko Morbedadze




    Video Art by Nato Shushania based on Niniko Morbedadze Paintings

    VIDEO: Baku - Hitlers Kampf ums Öl

    Der Zweite Weltkrieg war ein Krieg der Maschinen: Ob Flugzeug, Panzer oder Schiff - nur das Land mit dem Zugriff auf ausreichende Ölreserven würde den Ausgang für sich entscheiden können. Kein Wunder also, dass Hitler versessen darauf war, die Herrschaft über Baku, den einst größten Ölproduzenten der Welt, an sich zu reißen. Mit unvergleichlichem militärischem Aufwand startete Deutschlands Diktator seinen Eroberungsfeldzug - doch Sowjets und Alliierte steuerten mit allen Mitteln dagegen.


    Tuesday, February 20, 2018

    BOOK: Tbilisi - Archive of Transition. Klaus Neuburg, Sebastian Pranz, Wato Tseretelli et al. (eds.) (niggli.ch)


    Source: niggli.ch
    _The changing faces of Tbilisi
    _Multiple dimension of urban Transformation
    _Different perspectives by different protagonists
    _Texts are accompanied by images and photo essays

    The capital of Georgia practically presents a new face every day. Ambitious building projects and large foreign investments are constantly changing the cityscape of Tbilisi. This relentless development is the subject of much debate among the city's residents: What should be preserved and what may be subjected to change? What is available for sale and what is common property? What do we want to remember and what are our sources of inspiration?

    Urban planners, architects, activists, clerics, and politicians recount what the changes mean to them and to life in the unknown city in the South Caucasus. The very diverse and impressively illustrated contributions give an immediate view of the multiple changes taking place between the desire for the preservation of the past and the dawn of a new era.

    English, 192 pages, 220 illustrations, 21.5 x 32.5 cm, softcover ISBN 978-3-7212-0983-9 1 edition Release date: 05/2018

    Monday, February 19, 2018

    CALL FOR APPLICATION: The Marshrutka Project Summer School 2: Eurasian Mobilities in a Global Perspective (marshrutka.net)

    Source: marshrutka.net
    Organisers: Leibniz Institute for Regional Geography (IfL), Leipzig, Germany
    Tbilisi State University (TSU), Tbilisi, Georgia
    Location: Tbilisi and Kazbegi, Georgia
    Dates: June 25-30, 2018

    
    Photo: Nicholas Johnson: Marshrutka from Yerevan / Flickr Gallery: flickr.com/georgienblogspotcom
    Summer School Goals
    The PhD Summer School is embedded in the research project Fluid mobilities for cities in transformation: spatial dynamics of marshrutkas in Central Asia and the Caucasus (Marshrutka Project). Within the scope of the project, we want to gain insights into transformation processes through the lens of changing mobility practices.

    The summer school on Eurasian Mobilities in a Global Perspective invites advanced doctoral students, post-doctoral and early career-researchers from diverse disciplines, such as geography, urban studies, anthropology, social and political sciences, to contribute to two thematic packages:
    – Mobilities and socio-spatial change in Eurasian Cities
    – Informal transport and ride-sharing the global North and South
    The primary goal of the summer school is to initiate collaborative publication projects related to the two thematic packages. We therefore expect a full paper draft to be submitted timely before the start of the summer school, in order to advance the joint publication project in relevant high-profile journals. Building on this, the summer school offers [1] an opportunity to share, discuss, and receive feedback for publication drafts, [2] training sessions on publishing and career planning, [3] thematic keynote talks, and [4] mobility-themed field trips, and last but not least, [5] a few day’s long retreat to the mountainous town Stepantsminda (Kazbegi).

    The summer school is designed to encourage transnational interdisciplinary discussions, and provide high-impact feedback and networking opportunities for its participants. Besides offering a unique and understudied thematic focus, we offer a cosy and thorough working environment. The summer school participants will consist of five project-funded PhD students and two post-doctoral researchers, ten external doctoral students and early career researchers (please see information on funding opportunities below), ten senior academic project partners from Kyrgyz, Kazakh, Tajik, Russian, Georgian and German academic institutions, international and local keynote speakers, trainers and stakeholders.

    About the Marshrutka Project

    Minibuses locally known as marshrutkas are a common sight in urban and rural landscapes of Central Asia and the Caucasus. The Marshrutka project deals with the role of the marshrutka mobility phenomenon in the production of post-Soviet urban spaces, in and beyond Central Asia and the Caucasus. It provides an empirically founded contribution to the larger discussion on post-Soviet transformation, and fosters a still under-represented view on post-Soviet transformation, highlighting – through the lens of the marshrutka phenomenon – the bottom-up and everyday emergence of new orders in the fields of economy, morale, urban development and migration. The project is carried out by means of five complementary PhD projects under supervision of academic project partners; in addition, a post-doc based at the IfL in Leipzig is charged with a cross-cutting research project and ensures the conceptual coherence of the project. The project sees its outcomes in terms of a solid and sustainable transfer of knowledge and methods, from German partners towards the academic institutions in the target regions, and vice versa, strengthened local research capacities and infrastructures, and long-lasting research cooperation. The project has started in late 2015, and will be entering into its final phase in 2018. The summer school is therefore designed in order to build upon the research progress done so far, and transform it into high-profile publications, and, furthermore, to strengthen and expand the marshrutka research networks with follow-up projects in mind.

    Thematic Focus

    The summer school focuses on two thematic packages: [1] Mobilities and multiple transformations in Eurasian Cities and [2] Informal transport and ride-sharing the global North and South. Each package corresponds to the Marshrutka projects’ contribution to two sets of literature: [1] urban geography, anthropology, and political economy of post-socialist states, and [2] critical mobility and critical urban transport studies.

    The thematic package mobilities and socio-spatial change in Eurasian Cities will address how changing urban mobility governance and mobility practices relate to – shape and are shaped by – social, economic and political transformations on urban, national and regional levels. This thematic package will focus on, but not be limited, to cities on Eurasian peripheries, primarily Central Asian and South Caucasus cities.
    – Sub-topics of the thematic package may include
    – Mobility governance and urban economy
    – Urban transport and social inequalities
    – Transport, urban citizenship and claiming public space
    – Intersections of mobility and migration

    Informal transport and ride-sharing in the global North and South thematic package will put the research on informal transport, be it marshrutkas, ride-sharing or private taxi sector in Eurasian cities, in dialogue with the research on informal paratransit and new digitally powered ride-sourcing mobility offers in different global regions. This thematic package explicitly welcomes diversity in geographical coverage, and comparisons across cities, as well as across old and new modes of informal transport and ride-sharing practices. Sub-topics of the thematic package include:
    – Theories and methods of studying paratransit/informal transport
    – Digitalisation of mobility offers
    – Transport workers mobilisations
    – New chances and inequalities of new mobility offers


    Submission guidelines

    The application should include a motivation letter, a short CV and an abstract (not more than 500 words) of the paper you are planning to present at the summer school.

    Please submit the application to Henri Schauer (H_Schauer@ifl-leipzig.de) by the 15th of March, 2018.
    Selected applicants will be contacted by the 10th of April, 2018.
    The full paper drafts should be submitted by May 30th, 2018.

    Travel grants

    The participation of the Summer School is free of charge. We offer travel grants of up to 400€ to eight selected applicants.

    Call for Papers as Pdf-file: CfA draft_Summer School Final [pdf]

    Thursday, February 15, 2018

    MUSIC: Moonlight Daughter - by Nino Arobelidze

    Girl Named Nino is a band, artist and an album. It is the brainchild of Nino Arobelidze, Chicago-based singer, multi- instrumentalist from Tbilisi, Georgia. Nino's songwriting and multi-disciplinary pursuits have brought her into various collaborations in film, dance theater and television, including writing original songs for the documentary film; Our Blood is Wine (Music Box Films 2018).

    more: www.girlnamednino.com

    more links:
    facebook.com/girlnamednino
    twitter.com/girlnamednino
    youtube.com/girlnamednino
    instagram.com/girlnamednino 
    plus.google.com/+GirlNamedNino
    bandsintown.com



    Friday, February 09, 2018

    REZENSION: Grigol Robakidse: "Magische Quellen". Das Stammesbewusstsein gurgelte. Von Christoph Schröder via @DLF

    (deutschlandfunk.de) Nach und nach beginnen deutschsprachige Verlage, Schriftsteller aus Georgien zu entdecken und zu übersetzen. Unter dem Titel "Magische Quellen" sind nun drei kurze Novellen des 1882 geborenen und 1962 gestorbenen Autors Grigol Robakidse erschienen. Robakidse gilt als Klassiker, er ist aber auch durchaus umstritten.


    Podcast: deutschlandfunk.de/grigol robakidse: magische quellen

    
    Dem Orgiastischen, Wilden und Animalischen auf der Spur: Robakidses ideologische Irrwege müsse man aus ihrer Zeit heraus betrachten, schreibt Christoph Schröder (Arco Verlag / dpa/picture alliance/Thomas Schulze)
    Es ist ein so kurzes wie verwirrendes Buch, mit dem man es hier zu tun hat. Verwirrend in der Ambivalenz und in der Mischung aus schönen Sätzen und erhabenen Naturbetrachtungen einerseits und in der Verwendung völkischen Vokabulars andererseits, das einem aus "Magische Quellen" entgegenschlägt. Gemeinsam mit einem Filmteam macht sich der Ich-Erzähler in der Novelle "Magische Quellen" auf in den Kaukasus, um dort dem legendären Bergvolk der Chewsuren zu begegnen und eine Dokumentation zu drehen. Und gleich zu Beginn der Reise wird deutlich, welche Perspektive der Erzähler auf die Landschaft wirft:

    "Hier ist die Erde noch in Wahrheit 'Mutter Erde', warmschößig, früchteträchtig. Bis zur Beklemmung spürt man den gewaltigen, lebendigen, urhaften Mythos. Vorweltliches umweht und umweht dich."

    Grigol Robakidse ist eine Figur der georgischen Literatur, deren ideologische Irrwege aus ihrer Zeit heraus betrachtet werden müssen. 1921 war es ausgerechnet der Georgier Josef Stalin, der die Demokratische Republik Georgien besetzte und der Sowjetunion einverleibte. Die Erhaltung nationaler Identität und der Befreiungskampf gegen die sowjetische Vorherrschaft wurden zu einem prägenden Bestandteil von Robakidses Biografie. Hinzu kommt, dass Robakidse in seinen Texten ohnehin dem Orgiastischen, Wilden und Animalischen nachspürt.

    Ein erzählerisches Versinken in einer archaischen Kultur

    "Magische Quellen" ist eine abenteuerliche Selbsterfahrungsreise. Der Ich-Erzähler versinkt förmlich in der archaischen Kultur der Chewsuren. Mit einem von ihnen geht er eine Blutsbrüderschaft ein. Wie überhaupt das Blut ein Leitmotiv der Novelle ist, sei es in Form von Opferritualen, sei es in Gestalt des greisen Medizinmannes, der seine Heilkraft aus alten, mythischen Zeiten hinüber gerettet hat. Während eines Festmahls im Kreis der Chewsuren reflektiert der Ich-Erzähler die vermeintlich überlegene Stärke eines geschlossenen Volkskörpers:

    "Der Einzelne verlor sein eigenes Gepräge. Das Stammesbewusstsein gurgelte in unterirdischen Quellen. Das Sippengedächtnis tat seine Arbeit. Vom starken Blutstrom der Rasse ergriffen, schienen diese Menschen einfache physische Glieder eines unsichtbaren Ganzen zu sein. Irgendwo in den zahllosen Schichten des Unterbewusstseins musste wohl das lebendige Bild des Stammes aufsteigen und sich selber neu erschaffen."

    Häufig ist im Zusammenhang mit Grigol Robakidse zu lesen, es sei bedauerlich, dass die Qualität seiner Texte immer wieder hinter seiner Biografie verschwinde. Doch vielleicht ist beides auch nicht voneinander zu trennen. Denn ja: "Magische Quellen" und auch die beiden anderen kurzen Novellen, die der Band enthält, bestechen auch in der Übersetzung durch große Suggestivität, intensive atmosphärische Schilderungen und ein ausgeprägtes Stilbewusstsein. Andererseits gilt es festzuhalten, dass Robakidses Anfälligkeit für Pathos und ekstatische Rauschzustände ihn geradewegs in die Faszination für begnadete Rhetoriker wie Mussolini und Hitler hinein trieb.

    Exil und Freundschaft mit Intellektuellen

    1931 ging Robakidse ins Exil nach Deutschland, schloss Freundschaft mit Intellektuellen wie dem Soziologen Werner Sombart und lernte die deutsche Sprache. Als georgischer Widerstandskämpfer schloss er sich einer Organisation an, die mit der Wehrmacht kooperierte. Nach Kriegsende musste Robakidse Deutschland wegen seiner Zusammenarbeit mit dem NS-Regime verlassen und ging in die Schweiz. Vor diesem Hintergrund ist die rein literarische Beurteilung der zu Beginn der 1930er-Jahre entstandenen kaukasischen Novellen eine komplexe Angelegenheit.

    "Magische Quellen" ist kein Dokument eines hitzigen und spontan ausgebrochenen Nationalismus. Vielmehr sucht Robakidse den Anschluss an die tieferen, mythischen Zeiten in allen Lebensbereichen. Als sein Ich-Erzähler sich in die Cousine seines chewsurischen Blutsbruders verliebt und die beiden die erste Nacht verbringen, macht Robakidse daraus umgehend weit mehr als nur die Darstellung einer körperlichen Annäherung:

    "Ich empfand sie als etwas Urzeitliches, als Eva, fast der Individualität bar. Wir lagen Brust an Brust, berührten uns. Sie wich zurück, aber sie löste ihre Lippen nicht von den meinen. Ihre Brüste erschienen mir wie Flusskiesel, von der Sonne durchglüht. Sie selber war hart und fest wie Felsenstein. Und aus dem Felsenstein sprang ein Quell: ihr Mund, von dem ich tierhaft gierig trank."

    Man mag davon hin und wieder peinlich berührt sein, von diesem aufgeladenen Sound, der sich gegen alle Selbstverständlichkeiten der Moderne positioniert. Hoch interessant allerdings ist auf der anderen Seite, dass Robakidses "Magische Quellen" die zivilisatorischen Koordinaten genau kennen und sie archaisch überschreiben. Als Haltung gegenüber der Welt entwickelt dieses literarische Prinzip eine nicht unbedeutende Sogkraft. Man muss nur eben mitdenken, dass der Versuch der vollständigen ästhetischen Entgrenzung selbst immer auch totalitäre Züge in sich trägt.

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